SUHRKAMP

2013, 5:44 min., HD, Farbe

Text, Regie, Kamera, Schnitt:
Jens Höffken

Assistenz:
Markus Burgstaller,
Veronika Lehner,
Angela Appenzeller


Mit:
Alexandra Mitterhuber, Barbora Plácha, Anna Pech, Moritz Matschke, David Wittinghofer, Julia Hartig, Jochen Zeirzer


Filmdatenbank IMDB.com


Festivals:
30. Int. Kurzfilmfestival Hamburg, 2014
Kunstmesse Linz, 2013
Landesmuseum Linz, 2013
Moviemento Kino - Filmbrunch, 2013


   




Der berühmte Suhrkamp-Verlag befindet sich in der Zerreißprobe zwischen der traditionellen Verlagsleitung und einer Holding AG, die seit wenigen Jahren Anteile am Unternehmen hält.

Zum Zeitpunkt, da sich Suhrkamp in eine ungewisse Zukunft bewegt, formuliert Jens Höffken eine Hommage. Die bunten Buchobjekte, die sich auch als bibliophile Fetische besingen lassen, sind genauso interessant wie die Instanz der darin versammelten Autoren.

„Suhrkamp“ gliedert sich in mehrere Kapitel, die sich den berühmten Paperbacks auf verschiedene Weise nähern. Odette de Crécy, eine Figur aus dem zweiten Teil der Proustschen „À la recherche du temps perdu“, tritt in einem Morgenrock (laut Proust: in Tiepolo-rosa) auf und wird zum personifizierten Mythos: „Ist sie der bleiche Seitenstoß in der bunten Hülle? Dieser bleiche Seitenstoß, einerseits immer wieder jung und neu, andererseits sich Buch um Buch in dunklere, reifere Papiertöne verwandelnd.“

Odette spaziert durch hemmungslose Assoziationswelten. Sie pflückt Blumen neben Enzensberger-Bildchen und steht mit einem magentafarbenen Salvatore im Wald. Suhrkamp wird immer größer, possenhaft überhöht. Gleichzeitig behutsam gestreichelt, in einem Film, der viele Lesarten zulässt. Klar ist der Film nur in der Beurteilung des Barlach-Enkels, bei dessen Erwähnung sich ein schwüles Gewitter über dem Nikolaisee und der ansässigen Suhrkamp-Villa abregnet.