EINE FRAU KAUFT BROT

2012, 5:30 min., HD, S/W

Text, Regie, Kamera, Schnitt:
Jens Höffken

Zeichnungen, Assistenz:
Manuel Funk


Mit:
Christa Wall, Juan Camilo Herrera, Havi Navarro, Johannes Lueger, César Escudero Andaluz, Manuel Funk

Festivals:
Blackbox, Düsseldorf, 2012
Filmfest Düsseldorf, 2012
Moviemento Kino, Filmbrunch, 2012





Im Jahr 2012 nutzt Jens Höffken die brennende Julisonne, um seinen ersten beweglichen Film im Freien zu filmen. Wie bereits in „Anita Berber“ und anderen Frühversuchen werden die Bilder von Lyrik aus dem Off getragen. Die Sprache steht auch diesmal im Vordergrund. Allerdings nimmt dieser Film erstmalig auch in den Bildern Tempo auf und folgt einer Frau auf ihrem Weg aus der Natur hinein in die Stadt. Sie will Brot kaufen.

Dieser Weg, den die Frau als strammen Marsch zurücklegt, ist mehrdeutig inszeniert. Die Bildästhetik, der Tanz und die kleinen Szenen am Wegesrand erinnern die Schnelligkeit des Stummfilms. Zusammen mit der Sprache und den hehren Begriffswelten (dem Laib, den Göttern, der Liebe) wird aus dem trivialen Gang eine poetische Schlacht. Die gefährlichen Berührungen (der Kitsch, die Mystifikation, die Riefenstahl-Ästhetik) und die zärtlichen Anklänge (die Muße, der Tanz) beschreiben eine erregte Gemütslage, zerrissen zwischen Aufbruch und kleinstädtischem Rückzugsversuch.

In „Eine Frau kauft Brot“ wird die Provinzstadt zu einem Schachbrett. Die Frau bewegt sich im Einklang mit der Lyrik zum Brot. Um sie herum tobt ein Arrangement freimütiger Zitate aus Heimatfilm, Film Noir und Tanz. Die Sonne brennt. Und am Ende läuten die Kirchglocken.